Hosen nähen

Etwas wovon sich meisten von uns drücken, wieso eigentlich? Wahrscheinlich aus Angst vor neuem und Wissen dass man um das Anpassen nicht drumherum kommt.

Mir passen Kaufhosen meistens sehr gut, wenn nicht ist es der Bund wegen meinem extremen Hohlkreuz. Außerdem trage ich die meiste Zeit Jeans und die mit Waschung, was mich bis jetzt davon abgehalten hat eine zu nähen. Aber, zum Glück, gibt es auch andere Hosen.

Wie bei anderen Schnitten, war ich auch bei der Hose auf der Suche nach einem guten Grundschnitt und bin bei bi classic von b-patterns gelandet. Einfach, super Anleitung und gut sitzend. Aber egal wie gut der Schnitt ist, eine Hose muss man immer anpassen, was anderes darf man nicht erwarten.

Es wird empfohlen ein Probeteil zu nähen, was ich persönlich nicht so toll finde. Jeder Stoff ist anderes. Wenn ich mir eine Hose aus Probestoff nähe, der meistens sehr günstig ist, habe ich keine Garantie dass die Hose auch aus anderem Stoff genau so ausfällt. Deswegen habe ich für mich einen anderen sicheren Weg gefunden.

Nach gutem ausmessen schneide ich meine Größe zu und nähe dann (mit längstem Gradstich und einer gut sichtbaren Konstrastfarbe) die Hose fast fertig, bis auf Taschen, Bund und Saum. Dann wird anprobiert und am Körper gesteckt. Dabei wäre Hilfe sehr nett. Mein Mann ist leider bei der Aufgabe gescheitert also verbiege ich mich weiterhin alleine vor dem Spiegel. Wenn alles sitzt und markiert ist, wird getrennt, geändert und ordentlich genäht. Bis jetzt hat es so immer geklappt und die investierte Zeit hat sich mit super sitzenden Hosen entlohnt.

Auf den ersten drei Bildern seht ihr meine erste Hose. Genau nach Schnitt genäht, nur mit wenigen Anpassungen. Aus einem Flanell von Zuleeg. Trägt sich wunderbar und lässt sich auch super kombinieren.

Die zweite sollte ganz anders werden, enger und höher am Bund. Der Stoff, ein strech Twill von Stoff und Stil, hat 6% Elasthananteil und alleine deswegen waren sehr viele Änderungen nötig. Bündchen habe ich weggelassen und den Bund ganz aus Stoff zugeschnitten, beim anprobieren auf den Körper angepasst. Damit ich in die enge Hose auch reinkomme, müsste ein Reißverschluss in die Seitennaht. Mein erster Nahtverdeckterreißverschluss. Dank passendem Nähfuß gar kein Problem. Ich finde die Lösung so toll dass ich es ab jetzt immer so nähen werde. Die Hose ist überhaupt so bequem, das was ich auf den Fotos seht ist der Zustand nach drei Tagen Dauertragen. Der Stoff ist echt super, behält seine Form auch nach ganz viel sitzen und Fahrrad fahren.

Was ich aber eigentlich sagen will ist, auch bei Hosen braucht ihr nicht alle möglichen Schnitte. Mit einem guten Grundschnitt, Kreativität, Wissen und Mut könnt ihr ganz viel machen. Traut euch einfach!

Macht’s, gut,

Lee

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